Seife sieden ist gefährlich! Oder etwa doch nicht?

Wenn ich meinen Workshop zur ersten Seife halte, frage ich die Teilnehmer zu Beginn immer, was sie bisher davon abgehalten hat, zu sieden.

Immer wieder bekomme ich dann zu hören: „Ich habe gelesen, dass das gefährlich ist.“

Ich möchte Dir heute erklären, warum ich das anders sehe.

Das Arbeiten mit Natronlauge

Ja, wir arbeiten beim Seife sieden mit Lauge und ja, der Umgang damit kann gefährlich sein. Aber nur, wenn man sich vorher nicht ausreichend über den korrekten Umgang informiert.

Was heißt das für Dich?

  • Arbeite nie ohne Schutz. Das bedeutet: ziehe Handschuhe und Schutzbrille an und arbeite nicht kurzärmlig oder in kurzen Hosen.
  • Achte auf eine ausreichende Belüftung und halte Deine Nase nicht direkt über die Laugendämpfe, die beim Anrühren der Lauge entstehen können.
  • Rühre Deine Lauge dort an, wo Du gefahrlos arbeiten kannst. Ich empfehle dafür ein mit kaltem Wasser gefülltes Waschbecken. Sollte der Behälter mit der Lauge doch einmal umkippen, so wird die Lauge direkt verdünnt und kann Dir nicht über den Arbeitsbereich laufen. Außerdem kühlt das Wasser im Waschbecken die Lauge direkt, sodass wenige bis kaum Dämpfe entstehen.
  • Verwahre das Natiumhydroxid sicher, so dass es unzugänglich für Kinder oder andere unerfahrene Personen lagert. (Und luftdicht, denn das NaOH reagiert sich sonst ab.)
  • Laufe mit der angerührten Lauge nicht durch die Gegend, sondern rühre sie idealerweise direkt in unmittelbarer Nähe Deines Arbeitsplatzes an.

NaOH ist ein Gefahrstoff. Und man kann damit echt unschöne Verletzungen davon tragen. Aber das passiert nur, wenn Du aus Unwissenheit leichtsinnig damit umgehst. Oder eben auch, wenn Du aus Angst so großen Abstand hältst oder aber so übertrieben eingepackt bist, dass Du gar nicht mehr sauber arbeiten kannst oder vor lauter Hudeln das Gefäß mit der Lauge umwirfst. Bei sorgfältigem Umgang habe ich persönlich noch von keinem einzigen Unfall beim Seife sieden gehört.

Frischer Seifenleim enthält noch Lauge

Und weil viele das immer wieder fragen: „Gefährlich“ ist es nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Seife zwei bis drei Tage in der Form gereift ist. Danach gilt bei korrekter Berechnung des Rezeptes und Arbeitsweise:

In der fertigen Seife ist keine freie Lauge mehr vorhanden

Seife entsteht durch einen chemischen Prozess namens Verseifung, bei dem Fette und Öle mit Lauge reagieren. Das Endergebnis ist eine völlig neue Substanz – Seife – und Glycerin. Die ursprünglich gefährlichen Eigenschaften der Lauge werden im Prozess vollständig neutralisiert. In der fertigen Seife wirst Du keine freie Lauge mehr vorfinden.

Mein Fazit

Seife Sieden ist alles andere als gefährlich. Es ist ein anspruchsvolles Hobby und nicht für Kinder geeignet. Aber es besteht kein Risiko einer schlimmen Verletzung durch die Lauge, wenn Du sauber arbeitest.

Kleiner Funfact zum Schluss: Jeder stinknormale Rohreiniger besteht fast ausschließlich aus NaOH. Und mir macht es ehrlich gesagt viel mehr Sorge, wenn Leute damit sorglos rumhantieren, als wenn meine Teilnehmer achtsam ihre Seife zusammenrühren!

Seife sieden leicht gemacht.

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